Der Fall Koslovski – Fakten
Der Fall Koslovski ist noch nicht geklärt und mittlerweile haben sich einige sehr interessante Theorien entwickelt, die zur Lösung des Falls beitragen könnten. Wer nicht weiß worum es geht, kann in der Einleitung zum Fall Koslovski noch einmal den Hintergrund nachlesen. In erster Linie verfolge ich das Forum von allmystery.de, denn dort finden sich scheinbar die Knobelkünstler, die noch jede so abwegige Idee verfolgen und besprechen.
Die Fakten, bzw. die Theorien die ich hier versuche zusammenzutragen sind die Ergebnisse der Recherchen von mehreren Foren/Webseiten. Die Reihenfolge ergibt sich aus der Aktualität der einzelnen Seiten.
- http://www.allmystery.de/themen/mt63293
- http://www.worum.org/viewtopic.php?f=19&t=3802
- http://www.facebook.com/group.php?gid=110226729023568
- http://www.citybeat.de/deugg/ansehen.html?id=10967
- http://forum.werder.de/showthread.php?t=9097
Die Fakten
Nach derzeitigem Stand gibt es zwei Anzeigen aus dem Weser Kurier (WK), die sich auf den Fall Koslovski beziehen. Die erste Anzeige wurde am 05. und 08. Mai 2010 in der Printausgabe des WK veröffentlicht.
Die zweite Anzeige war vom 05. Juni 2010 und wurde ausserdem auch vom 07. – 10. Juni veröffentlicht.
Gestern, am 10.06. tauchte auch eine dritte Anzeige auf, die allerdings nur auf der Plattform citybeat.de angezeigt wurde. Theorien, die sich auf diese Anzeige beziehen lasse ich außer Acht, da sich damit jemand scheinbar nur einen Spaß erlaubt hat. Mit dem Fall Koslovski und den “echten” Anzeigen hat sie nichts gemeinsam.
Die Theorien
Theorien gibt es Einige, aber nur Wenige schaffen es auch in meine engere Auswahl, die Lösung zu sein.
Geocaching
Hingegen meiner Vermutung aus meinem ersten Artikel kann man Geocaching wohl ausschließen. Einige Geocacher haben sich mehrfach geäußert, dass eine teure Anzeige nicht in das Budget passt. Es wird auf kostenlose Anzeigeformen gesetzt. Zwar kodieren Geocacher ihre Aufgaben und benutzen Notfallnummern (wie sie bei der zweiten Anzeige genutzt wurde), der finanzielle Aufwand aber spricht dagegen.
Vor einiger Zeit ist ein bekannter und geachteter Geocacher verstorben, zu dessen Ehren einige Anzeigen geschaltet wurden, diese bezogen sich aber lediglich auf Kondolenz und Danksagungen, die ihn persönlich ansprachen. Versteckte Mitteilungen findet man hier nicht.
Siehe auch Traueranzeigen.
Konto
Vermutet wurde auch, dass es sich bei den Daten um ein Konto (z. B. Deutsche Bank) handeln könnte. Die Notfallnummer 612877550901 wurde in der ersten Anzeige mit einem vorangestelltem K abgedruckt. Steht das K für Konto? Für das Online-Banking bei der Deutschen Bank benötigt man eine 3-stellige Filialnummer (612), eine 7-stellige Konto-Nummer (8775509), ein 2-stelliges Unterkonto (01 – Sparkonto) und einen fünfstelligen Pin. Der könnte eine der Postleitzahlen sein. Die Namen vielleicht Geldempfänger und die vermeintlichen Postleitzahlen TAN-Nummern?
Ich habe es getestet und konnte mich in kein Konto einloggen
Wie ich gelesen habe, gibt es auch keine Filiale mit der Nummer 612. Vielleicht ist es eine andere Bank? Für mich fällt diese Theorie flach.
Steuersünderdaten
Bremen soll eine Steuersünder-CD gekauft haben und das ist ein Einblick in die Daten. Die Frage: Wozu? Und warum in einer regionalen Tageszeitung, über mehrere Tage hinweg? Ohne große Recherchen: Kann nicht sein.
PR-Gag oder Werbung
Unwahrscheinlich, dass sich der finanzielle Aufwand für eine vergleichsweise kleine Leserschaft lohnt. Was soll dahinterstecken? Vermutet wurde eine Kampagne zu einem neuen Thriller oder einer Mysteryserie. Aber dann “nur” in einer regionalen Zeitung? Mockumentarys sind wohl eher größer angelegt.
Geografische Daten
Einige “Ermittler” haben die gegeben Zahlen in Breitenangaben, Ortszahlen, usw. umgerechnet und via Google Maps eingezeichnet. Es ergeben sich lustige Dreiecke, die aber nicht wirklich zur Lösung beitragen. Sind die Kreuzungen wichtig oder die Eckpunkte? Oder ist die Mitte ein geheimer Treffpunkt?
Ganz ausschließen kann ich die Theorie nicht, aber mit den gegeben Mitteln sind einfach zuviele Kombinationen möglich, die man ohne weitere Hinweise nicht einschränken kann.
Polizeiliche Ermittlungen
Die für mich plausibelste Theorie ist derzeit die Ermittlung. Nicht, weil ein im Bremer Raum bekannter Radiomoderator “seine Auflösung” des Falls auf seinem Blog gepostet hat, sondern weil es für mich am logischsten klingt.
Seit “Onkel Dagobert” seine Neffen gegrüßt hat, ist es bekannt, dass die Polizei auch öffentliche Medien nutzt um Entführern, Erpressern oder V-Männern Botschaften zu übermitteln. Was hinter diesen Nachrichten steckt wissen dann oftmals nur die Betroffenen selbst. Und sollte es so sein, wird vielleicht niemals die Wahrheit hinter dem Fall “Erna Koslovski” aufgelöst. Und so könnten sich alle möglichen Nachrichten hinter den Botschaften verstecken. So wurde beispielsweise vor ein paar Tagen ein Wettkampf der Spezialeinheiten durchgeführt. Wurde die Anzeige um Erna Koslovski benutzt, um den Umgang mit kodierten Mitteilungen zu schulen?
Oder verstecken sich hinter den Zahlen der Anzeige Polizeicodes, die über ein großes Ereignis informieren? Eher unwahrscheinlich. Sowas gehört für mich in die interne Übermittlung und nicht in eine – wenn auch verschlüsselte – Anzeige.
Zusammenfassung
Im Großen und Ganzen glaube ich aber auch an die polizeilichen Ermittlungen.
Ich denke, der Fall Koslovski steht noch lange nicht vor der Aufklärung, wenn es denn überhaupt mal geklärt werden sollte (wenn, dann werde ich es hier berichten). Es gibt viele Hinweise und Theorien, von der jede so plausibel wie auch abwegig klingt. Es gibt widersprüchliche Aussagen von WK-Mitarbeitern (“Es wird sich aufklären” und “Wir werden das prüfen”), so das man zu dem Schluß kommen muss: Keiner weiß, was es mit “Erna Koslovski” auf sich hat.
Dennoch macht es einen riesen Spaß, den Ausführungen unterschiedlicher Menschen zu folgen. Irgendwie hat es was von alten Spionagefilmen, aber es doch real. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.




3 Kommentare wurden bisher geschrieben
Kommentar vom 12.06.2010, 02:15 Uhr von Tom
Gerade hat jmd. geschrieben ein Polizist hätte bestätigt es sei eine Polizeimaßnahme.
Na ja, ich für meinen Teil habe das Gefühl die Nummern beziehen sich auf Angaben in einem Codebuch oder so etwas. Ich glaube die K-Nummern sind die Referenz und der Rest ist die Botschaft. Ohne das Wörterbuch: keine Chance festzustellen was da steht.
Für diese Art der Verschlüsselung gibt’s ein historisches Vorbild. Angeblich hat mal ein Cowboy damit die Position eines Schatzes verschlüsselt. Auf Grundlage einer speziellen Ausgabe der Bibel, glaube ich. Hat bis heute nie jemand gefunden … vielleicht weil diese Ausgabe verschollen ist – oder weil er gelogen hat. Wir werden es wohl nie erfahren.
Na, jedenfalls funktioniert das aber nur, wenn beide das “Codebuch” kennen – würde also nur bei verdeckten Operationen Sinn machen. Ein Entführer könnte mit den Nummern nichts anfangen.
Möglicherweise ist eine der Nachrichten (vmtl. die mit er abweichenden K-Nummer) eine Antwort.
Dazu passt, dass die “Frage” 5 Zifferngruppen hatte und die “Antwort” ebenfalls 5.
Wenn man bedenkt, dass man die Buchstaben auch in Zahlen wandeln kann (und umgekehrt) und Codewörter als Modifikatoren verwendet werden können, obendrein die Position der Zahl eine Bedeutung haben kann (so wie in Geekcode), dann könnte man zumindest erahnen, wie lang die Botschaft vermutlich ist.
Der Raum für mögliche Übersetzungen ist jedenfalls sehr groß. Unwahrscheinlich, dass die Nachricht zu entschlüsseln ist.
Im Grunde genommen könnte das so ähnlich funktionieren wie Omnicode.
Beispiel:
Ein männlicher Mitteleuropäer mit dunkler Hautfarbe, 80 Kilo schwer, 1,80 Meter groß, Brillenträger, dem die rechte Hand fehlt wird in Omnicode geschrieben als
sxy&sk9E684F&kg80&cm180&eso&anE&hd{R}!
Diesen Code kann man aber auch schreiben als:
Vielen Dank für das “Siemens” XY – SK 9 05 684 016 an
Klaus Günther 80 und Cristoph Müller 180 von
Ernst S. o. und Annemarie E. sowie Hartmut Dübel, aus R.
I guess, you get the picture …
Kommentar vom 24.06.2010, 23:24 Uhr von RoyBean
Die Dritte Anzeige enthaält in der Zeile
“Verloren” 4 8 15 16 23 42 eine Referenz zur Fernsehserie Lost. Dort spielten die Zahlen anscheinend eine Rolle; siehe http://www.lost-mania.de/numbers/index.php zur Folge 1×18
Kommentar vom 25.06.2010, 00:03 Uhr von Leuchte
Ich zitiere aus dem Absatz “Die Fakten”:
Es ist eine Fake-Anzeige, mit der sich entweder jemand nur einen Spaß erlaubt hat oder die bewusst auf eine falsche Fährte führen soll.